Auf dieser Seite stellen wir Euch Monat für Monat
Menschen vor, für die Gospelmusik mehr ist als nur ein kleines
Hobby. Für sie ist diese Musik ein wichtiger Bestandteil ihres
Lebens. Wie sie mit Gospel in Berührung kamen, welche bewegenden
Erlebnisse sie damit verbinden und welche Gospel-Stilistiken sie besonders
begeistern - darüber berichten unsere GospelMenschen im Interview.
Kennt Ihr weitere interessante GospelMenschen? Schreibt uns: redaktion@berlin-gospel-web.de
Till Sauer

Till Sauer, geboren im Mai 1941 in Berlin-Spandau, studierte
nach dem Abitur Theologie in Berlin und Hamburg. Von Jugend sang er
in verschiedenen Kirchenchören und hatte auch ein paar Jahre Klavierunterricht.
Nach dem Studium wurde er zunächst Religionslehrer, seit 1981 dann
Pastor in einer Evangelischen Gemeinde in Charlottenburg. Bereits im
Jahr 1974 hatte er dort einen Kirchenchor gegründet. Dieser wurde
1987 zu GospelBoot Berlin und damit zu einem der ersten
Gospelchöre in Berlin. Knapp 10 Jahre später gehörte
Till Sauer zu den Gründungsmitgliedern des jährlichen Berlin-Brandenburger
Gospelchortreffens (www.gospelchortreffen.de).
Es folgten eine Zusammenarbeit dem Lüneburger Gospelchor
und die Teilnahme an Workshops mit amerikanischen Musikern wie Charles
W. May, Dwayne Knox und X. Jones, GospelBoot Berlin gestaltete
zudem zahlreiche Gospelgottesdienste und gab viele Konzerte in Berlin
und Umland sowie in der alten Bundesrepublik, unter anderem bei Kirchentagen.
Ende 2004 gab Till Sauer die Leitung des Chores aus gesundheitlichen
Gründen ab. Seit 2005 leitet er das kleine Ensemble Cherished:
Gospel+Spiritual (www.cherished-gospel.de).
Auch der Gang in den beruflichen Ruhestand als Pastor hält ihn
nicht davon ab, mit Cherished weiter eifrig zu proben und
Konzerte zu geben.
Seit wann beschäftigst Du Dich mit Gospelmusik und wie kam es dazu?
Im Jahr 1987 hatten mal ein paar Mitglieder des Charlottenburger Kirchenchores,
den ich seit 1974 leitete, den Wunsch, mal was Anderes zu
singen - gemeint waren Spirituals. Ich schaute mich also nach Noten
um, befand, dass die wenigen Arrangements, die es damals in Deutschland
gab, furchtbar dröge waren, und begann, selber welche zu schreiben
(Stücke wie Let My People Gound Oh When De Saints
haben wir noch heute im Programm).
Vor allem spürte ich, dass diese Musik, mit der
ich mich bis dahin wenig beschäftigt hatte, mir lag
und dass meine zunehmende Begeisterung sich auf den Chor übertrug.
Nach einer gewissen Zeit geteilter Chorproben (halb klassisch,
halb Spiritual und Gospel), beschlossen wir, ganz und gar zum Gospelchor
GospelBoot Berlin zu werden (damals noch ziemlich allein
auf weiter Flur), und gaben 1987 auch schon unser erstes Konzert.
Inwiefern hat sich die deutsche Gospelszene seitdem verändert?
Erstens: Es gibt heute deutlich mehr Gospelchöre als vor zwanzig
Jahren. Zweitens: Waren es vor zwanzig Jahren vor allem musikalische
Laien (wie ich), die Gospelchöre gründeten, so sind jetzt
auch die kirchenmusikalischen Profis mit im Boot. Drittens: Kannten
und sangen wir damals vor allem die gängigen Spirituals, so liegt
heute der Akzent auf dem zeitgenössischen Gospel , was ich persönlich
etwas bedauere, weil die Bodenhaftung (s.u.) dieser Musik
verloren zu gehen droht. Viertens: Es gibt heute viel mehr regionale
und überregionale Gospeltreffen und -festivals, Workshops mit amerikanischen
Musikern etc.
Welches Gospel Erlebnis hat dich nachhaltig geprägt?
In einem Workshop in Hamburg hat uns der ameikanische Musiker Dwayne
Knox sonntags um 10 Uhr, also zur besten Gottesdienstzeit, zirka eine
Stunde lang For You, Lord, Are Worthy, Worthy To Be Praised
singen lassen für viele von uns und auch für mich eine
geradezu mystische Erfahrung und ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis.
Dein Liebligs-Gospelsong oder -Album. Was bewegt dich daran besonders?
Erstens: Thomas A. Dorseys Precious Lord, Take My Hand.
Der fast einhundertjährige Musiker hat in einem Fernsehfilm erzählt,
dass ihm dieser Gospelsong zufiel, als seine Frau und ihr
neugeborenes Kind bei der Geburt starben. Dieses Lied besitzt in besnderem
Maße die Bodenhaftung, von der ich schrieb. Spiritual
und Gospel haben ihre Wurzel im Leid, sie sind verwandeltes Leid und
gerade darum Trost spendend und Hoffnung weckend: Precious Lord,
Let Me Stand!
Zweitens: Das Spiritual There`s A Balm In Gilead To Make The Wounded
Whole. Der Text dieses Liedes bezieht sich auf ein paar Verse
im Propheten Jeremia (Jer 8,22). Der Prophet stellt angesichts der bevorstehenden
Eroberung Rest-Israels durch das Neubabylonische Reich die verzweifelte
und resignierende Frage: Ist denn keine Salbe in Gilead, oder
ist kein Arzt da? Diese verzweifelte Frage ins Positive
einer in Gottvertrauen gründenden Behauptung gewendet zu haben,
ist für mich DIE geniale Leistung der afroamerikanischen Sklavinnen
und Sklaven und gleichzeitig ihr großes Geschenk an Menschen aller
Zeiten und Orte.
Wenn Du die Möglichkeit hättest welchen Gospelkünstler
würdest Du gern mal nach Deutschland holen?
Wenn sie noch lebten: Thomas A. Dorsey und Charles May. Von den
Lebenden: Dwayne Knox, wegen seines wunderbaren Workshops in Hamburg.
Deine Zukunftspläne in Sachen Gospel?
Ich bin jetzt 67 Jahre alt und hoffe, dass Gott mir die Gesundheit schenkt,
noch ein paar Jahre mit meinem jetzigen Chor Cherished musizieren
zu können. Nachdem ich schon einmal in einer brandenburgischen
Zeitung als Altmeister der Berliner Gospelszene vorgestellt
wurde, hätte ich auch nichts dagegen, zum Gospelopa
zu werden, wenn nur die Kräfte reichen und Chor und Publikum noch
mitmachen. Ich habe vor, noch ein paar schöne Arrangements und
auch eigene Stücke zu schreiben. Vor allem ist mir wichtig, dass
die Spirituals als Quelle und Grund aller Gospelmusik nicht in Vergessenheit
geraten.
Ruth Ladner

Ruth Ladner wurde im US-Bundesstaat Maine geboren und
studierte Musik-Pädagogik am Southern California College im kalifornischen
Costa Mesa. Während dieser Zeit konnte sie unter anderem Andraé
Crouch & The Disciples sowie manch andere Gospel-Größe
live erleben und entdeckte dort auch ihre Liebe zur Gospelmusik. Nach
Beendigung ihres Studiums arbeitete Ruth Ladner als Musiklehrerin (Chor
und Instrumental-Musik) an Schulen in ihrer Heimat Maine. Nach Deutschland
kam sie über die Initiative Jugend mit einer Mission.
Seit 1981 lebt Ruth Ladner in Berlin und arbeitet als freiberufliche
Musiklehrerin, seit September 2007 auch an der Arche-Schule in Hellersdorf
und der Nelson Mandela School in Wilmersdorf.
Ihren Chor Sounds Of Joy Gospelchor (www.soundsofjoy.de),
einer der ersten überkonfessionellen zeitgenössischen Gospelchöre
in Berlin, hat sie 1991 gegründet und seitdem viele Konzerte in
Kirchen und Gemeinden sowie im Zoo, beim Bergmannstraßen-Jazz-Festival
und im Gefängnis gegeben.
Was bedeutet es für Dich, Gospelmusik zu machen?
Musik wurde von Gott geschaffen und Gospel ist ein Art der Musik,
die unsere Seele anspricht. Durch Gospel kann ich meine Liebe zu Jesus
zum Ausdruck bringen. Ich sehe Gospel als eine Chance, die frohe Botschaft
von Gottes Liebe und Vergebung musikalisch zu verkündigen.
Dein bewegendstes Erlebnis, bei dem Gospelmusik eine Rolle gespielt
hat?
Voriges Jahr ist eine 50-jährige Sängerin meines Gospelchors
Sounds of Joy an Krebs erkrankt. Eine Woche bevor sie starb, haben wir
sie als Chor besucht und viele ihrer Lieblings-Chorlieder für sie
gesungen. Wenn du am Sterbebett Soon And Very Soon We Are Going
To See The King singst, hat Gospelmusik nichts mehr mit einem
Happening zu tun, sondern mit der Realität, dass wir eines Tages
vor Gott stehen werden. Sie hat sich von jedem von uns verabschiedet.
Als wir bei ihrer Trauerfeier sangen, wussen wir, dass sie von
oben mitgesungen hat. Das war eine Erfahrung, die wir nie vergessen
werden.
Was fällt Dir - als gebürtiger Amerikanerin - an der deutschen
Gospelszene auf?
Ich freue mich, dass Gospelmusik in Deutschland so beliebt und in
relativ kurzer Zeit so populär geworden ist. Als ich in den 80er
Jahren nach Berlin kam, wurde Gospel als Musikform meist mit Mahalia
Jackson oder ein paar Gospel-Quartetts in Verbindung gebracht. Dann
kam der Sister Act-Film und seit dem ist Gospel neu entdeckt
worden. Christliche Musik, die auch rhythmisch und fetzig sein kann,
hat manchen Gottesdienst schon zum positiven verändert.
Leider ist die Musik als solche und nicht die Botschaft
von Jesus Christus der Grund, warum viele gerne Gospel singen
ob die Menschen wirklich an Jesus glauben oder verstehen, was sie singen,
steht im Hintergrund. Die Gefahr besteht, Gospelmusik als Geschäft
zu betreiben oder zum Event zu machen. Dies ist sicherlich nicht der
Grund, warum Gott uns diese Musik geschenkt hat.
Dein Lieblings-Gospel-Album?
Das Album We Come Rejoicing vom "Brooklyn Tabernacle
Choir" ist einer meiner All time Favorites.
Wenn du die Möglichkeiten hättest - welchen Gospelkünstler
würdest du gern mal am Piano begleiten?
Es wäre eine Ehre, Babbie Mason zu begleiten. Sie ist eine
großartige Frau, die schon soviel in ihrem Leben von Gottes Wundern
erlebt hat.
Deine Zukunftspläne in Sachen Gospel?
Ich werde Sounds Of Joy weiter leiten und lasse mich überraschen,
was die Zukunft bringt. Jeder Tag ist ein neues Abenteuer und nie langweilig.
R. Rosenfeld
R. Rosenfeld lebte in Berlin, bis es sie nach dem Fall
der Berliner Mauer in die USA zog. Dort sang sie unter anderem sechs
Jahre in einem multikulturellen Gospelchor, der mehrfach für den
Gospel Academy Award als bester Gemeindechor Kaliforniens nominiert
wurde und sammelte vielfältige Erfahrungen in der afroamerikanisch
geprägten Gospelszene.
Seit ihrer Rückkehr aus den USA arbeitet sie auch
als Chorleiterin und Workshop-Coach und vermittelt so ihre Erfahrungen
an alle, die genauso wie sie von der magischen Kraft und dem positiven
Lebensgefühl afroamerikanischer Gospelmusik begeistert sind. Rosenfelds
vielfältige Erfahrungen als Sängerin fließen dabei ebenso
ein wie ihre Kenntnisse der Gospelkultur in den Vereinigten Staaten.
Für R. Rosenfeld ist Singen eine Form des Gebens,
etwas, das man sich selbst gibt und anderen schenkt. "Je mehr man
sich dem Singen hingibt, umso größer ist das Geschenk",
meint sie. Regelmäßig finden Workshops und offene Singkreise
mit R. Rosenfeld in Berlin statt. Mehr Infos dazu unter: www.gospel-singen.de
Seit wann beschäftigst Du Dich mit Gospelmusik und wie kam es
dazu?
Als in den späten 90er Jahren meine Großmutter starb, die
ich sehr gern hatte, lebte ich gerade in San Francisco und konnte mich
nicht von ihr verabschieden. Darüber war ich sehr traurig und beschloss,
am Tag ihrer Beerdigung in die Kirche zu gehen. Zuerst war ich in der
Grace Cathedral. Dort war alles sehr groß und beeindruckend, aber
auch irgendwie kalt und unpersönlich. Daraufhin ging ich zur Glide
Memorial Church, wo am Wochenende regelmäßig Gospel-Gottesdienste
stattfanden. Es war voll und eng, aber die Atmosphäre war warm
und herzlich. Alle haben mit einer Inbrunst mitgesungen und niemand
wurde schräg angesehen, wenn er den Text oder die Melodie nicht
richtig konnte.
Am Ende des Gottesdienstes sollte sich jeder zu seinem Banknachbarn
links und rechts, vorn und hinten drehen, ihm etwas wünschen und
die Hand schütteln. Um mich herum waren nur Afroamerikaner. Sie
haben mich angestrahlt und einer hat mich ganz herzlich umarmt. Da wusste
ich plötzlich, dass alles OK war, so wie es war, und ein tiefer
Frieden durchströmte mich. Das war eine Erfahrung, die mich tief
berührt hat. Ein Jahr später zog ich um in eine kleine Universitätsstadt
in Nordkalifornien, wo zu einem Sommerfest ein Gospelchor auftrat. Ich
wusste sofort, dass ich da mitsingen musste und das habe ich dann auch
gemacht. Seitdem lässt mich diese Musik nicht mehr los.
Welches Gospel-Erlebnis hat Dich nachhaltig geprägt?
Als unser Chor im Untersuchungsgefängnis der Kreisstadt Eureka
im nordkalifornischen Landkreis Humboldt sang. Nach der Sicherheitskontrolle
wurden wir vom Wachpersonal direkt in die Aufenthaltsräume geführt.
Begleitet von einem Keyboard und einer Baßgitarre sangen wir uns
die Kehlen aus. Viermal hintereinander das gleiche Programm in großen,
zweistöckigen Räumen, die den Schall fast vollständig
verschluckten. Die Männer standen in orangefarbenen Overalls da
und staunten uns an. Sie hatten keine Ahnung, was los war. Anfangs waren
die meisten zurückhaltend und cool. Nach und nach hellten
sich ihre Gesichter auf, manche fingen an, hin und her zu wippen. Am
Ende bekamen wir viel Beifall. Als wir das erste Lied im Frauentrakt
anstimmten, brachen einige der Inhaftierten sofort in Tränen aus.
Andere klatschten und sangen sofort mit.
Dein Lieblings-Gospelsong?
This Little Light Of Mine
Wenn du die Möglichkeiten hättest - welchen Gospelkünstler
würdest du gern mal nach Deutschland holen?
Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich viele Gospelkünstler
aus der Vergangenheit zu einem Revival-Konzert zurückholen,
z. B. Sister Rosetta Tharpe, Rev. Gary Davis, Swan Silvertones, Mahalia
Jackson, Alex Bradford und viele, viele andere.
Deine Zukunftspläne in Sachen Gospel?
Ein Vokalensemble gründen, mit dem Duo Rosy and her Mojohand touren,
Workshops machen, erste eigene Songs produzieren und singen, singen,
singen.
Wulf Winkelmüller
Wulf Winkelmüller wurde 1976 in Wilhelmshaven geboren
und lebt seit 2005 als freischaffender Pianist in Berlin. Hier arbeitet
er als Musiker, Komponist, Arrangeur und Klavierlehrer. Als professioneller
Pianist hat er in zahlreichen Bands und Projekten mitgewirkt, unter
anderem zusammen mit dem Schlagzeuger Dirk Erchinger (Jazzkantine),
bei Soulcake mit Sascha Münnich und mit der Sängerin und Schauspielerin
Julia Hansen.
Verschiedene Gospelchöre hat Wulf Winkelmüller nicht nur am
Piano begleitet, sondern war auch für ihre Band-Arrangements verantwortlich,
zum Beispiel bei den Göttinger Gospelchören "The Living
Gospel Choir" und "Cross Sing Gospel". Hinzu kamen Engagements
als Korrepititor am Deutschen Theater Göttingen für "Die
Fledermaus" sowie die Teilnahme an diversen Jazzfestivals. In seinem
aktuellen Projekt, der Jazzband "gut feeling", ist der 32-Jährige
mit seinem Pianospiel Teil von Improvisationen, die durch Projektionen,
Lesungen und Tanz inszeniert werden. In Berlin greift er bei Bergitta
Victor in die Tasten und begleitet als Pianist sowie Bandleader die
Gospelchöre The Gospel Friends, Joyful Noise und das Gospelkollektiv.
Wer selbst Klavier spielt und sich dafür interessiert,
wie Gospelmusik durch das richtige Feeling am Piano noch lebendiger
wird, sollte Wulf Winkelmüller kontaktieren. Er sucht nämlich
noch weitere Klavierschüler für seinen Übungsraum in
den Kammerspielen in Kleinmachnow. Bei Interesse meldet Euch unter Tel.
0178 186 7176 bzw. (030) 559 56 201 oder per E-Mail: wulfwinkel@googlemail.com
Mehr Infos zum Wirken von Wulf Winkelmüller findet
Ihr auf seiner MySpace-Seite: www.myspace.com/winkelmueller
Wie kamst Du dazu, Gospelmusik zu machen?
Ich habe als Musiker in Göttingen gearbeitet und mich der Jazz-
und Soulmusik gewidmet. Da blieb es nicht aus, sich auch mit den Gospel-Wurzeln
dieser Musik auseinanderzusetzen, so zum Beispiel mit Künstlern
wie Ray Charles oder Mahalia Jackson. Das habe ich viel gehört
und daraufhin wurde eine Stelle am Klavier im Göttinger Gospelchor
"The Living Gospel Choir" frei. Seitdem habe ich immer in
Gospelchören am Klavier mitgewirkt, mein Repertoire erweitert und
auch in Berlin neue Chöre gefunden, die ich begleiten kann.
Zurzeit spielst Du ja in verschiedenen Berliner Gospelchören.
Was ist das Besondere an der Piano-Begleitung von Gospelchören?
Was reizt Dich daran, was stört Dich?
Mich reizt die beseelte Stimmung und die Energie, die entsteht, wenn
über und mit Glauben musiziert wird. Das Besondere in musikalischer
Hinsicht sind für mich die immer wiederkehrenden Jazzelemente,
die sich mit den klassischen Kirchenelementen neu mischen und der Sound,
der immer besonders ist, sei es durch die Akkustik in einer Kirche oder
ganz allgemein durch die besonderen Harmonien.
Außerdem ist das Klavierspiel im Gospel mitunter eine echte technische
und musikalische Herausforderung. Ich musste schon auch richtig üben
für ein paar Nummern :) Mich stört in jeder Musik, wenn etwas
unecht und aufgesetzt wirkt, gerade beim Gospel.
Gibt es ein Gospel-Erlebnis, dass Dich nachhaltig
geprägt hat?
Nachhaltig geprägt hat mich die Auseinandersetzung mit den Texten,
mit denen ich, zugegeben, erstmal nicht viel anfangen konnte (so Kämpferisches
wie "Josua fit the battle" oder "Jesus be a fence").
Man kann das nur verstehen und vermitteln, wenn man Glaube nicht als
einengend, sondern als befreiend und kraftgebend versteht. So bin ich
auch der Musik im allgemeinen näher gekommen.
Dein Lieblings-Gospelsong?
Ich mag Titel, die ganz amerikanisch zur Sache gehen, so etwas wie "Take
me to the Water" oder "Sweet Jesus" und natürlich
die Songs von Ray Charles, Stevie Wonder und Mahalia Jackson. Aber auch
Balladen, die so richtig unter die Haut gehen so wie "Thy will
be done".
Wenn du die Möglichkeiten hättest - welchen Gospelkünstler
würdest du gern mal am Piano begleiten?
Meine Lieblings-Gospelkünstler spielen alle selbst Klavier, insofern
...
Deine Zukunftspläne in Sachen Gospel?
Ich möchte noch in vielen Gospelprojekten mitwirken und gerne vielleicht
mal ein eigenes Arrangement bzw. einen eigenen Song schreiben und aufführen.
Hanjo Gäbler
Hanjo Gäbler, Jahrgang 1978, ist in Bremen geboren
und hat dort den Großteil seines noch jungen Lebens verbracht.
Mit vier Jahren begann er damit, das Keyboard seiner beiden großen
Brüder zu inspizieren und darauf zu spielen. Es folgten Jungförderungs-Studiengänge
am Konservatorium und eine vierjährige Ausbildung zum Jazz-Pianisten.
Zuerst hatte Hanjo Gäbler jedoch auf Drängen des Vaters eine
Lehre als Landschaftsgärtner absolviert. Doch nachdem diese Ausbildung
abgeschlossen war, zog es den Bremer in die kulturelle Metropole Hamburg,
wo Gäbler den Chor Soulful Gospel (www.soulful-gospel.de)
gründete und sich in seiner Kirchengemeinde (www.jesushall.us.ms)
als Jugendleiter engagierte. In dieser Kirchengemeinde ist der Gospelpapa
Norddeutschlands, Pastor Pit Mumssen, zu Hause. Unter dessen Leitung
entstand das Projekt "Kirche goes Gospel" (www.kirchegoesgospel.de),
bei dem auch Hanjo Gäbler mitwirkt.
Mit seinen 29 Jahren zählt er bereits heute zu den gefragtesten
Gospelmusikern des Landes. An über 100 Alben hat er mitgewirkt.
Ob als Pianist, Hammond-Organist, Workshopleiter, Komponist oder Arrangeur
- Hanjo Gäbler kann bereits jetzt Gastspiele bei Andraé
Crouch, Kurt Carr, Israel & New Breed und Daryl Coley verzeichnen.
Hinzu kommt die Beteiligung an Festivals und Studioproduktionen oder
Tourneen mit Calvin Bridges, Danny Plett, Helmut Jost, Gospelfire, David
Thomas, Tyndale Thomas, Rickey Grundy und vielen anderen. Alles in allem
hat Hanjo Gäbler 210 Live-Termine pro Jahr. Er lebt mit seiner
Frau Miriam und ihrer gemeinsamen Tochter in Elmshorn bei Hamburg -
ist aber, und das betont er - noch immer leidenschaftlicher Werder Bremen-Fan.
Auf seiner Website www.funkworld.de
gibt's viele weitere Informationen zu den Aktivitäten von Hanjo
Gäbler.
Soeben hat er zusammen mit Gospelradio.de ein Weihnachtsalbum veröffentlicht.
Mehr Infos zu "Melodies of Christmas" findet Ihr auf der CD-Seite
>>
Seit wann beschäftigst Du Dich mit Gospelmusik und wie kam es
dazu?
Ich habe schon immer die Musik geliebt. Besonders, wenn es um handgemacht
Musik ging. Und ich habe auch schon immer Gott geliebt solange ich denken
kann. Und damit verbundenen Ups & Downs war die Gospelmusik für
mich eine der Seiten, die für das Up zuständig war - in Zeiten,
die ich als Christ eben nicht genießen konnte bzw. kann. Die Ehrlichkeit
der Psalmen, die ermutigende Botschaft von Jesus, verbunden mit der
guten Musik, hat es mir einfach angetan.
Welches Gospel-Erlebnis hat Dich nachhaltig geprägt?
Nachhaltig würde ich sagen hat mich ein Besuch in den Vereinigten
Staaten sehr geprägt. Jedoch nicht, was man jetzt vermuten mag,
von wegen "da ging die Post ab und alle waren froh". Das hast
du ja beim Karneval gerade übrigens auch. Vielmehr haben mich die
alten Geschwister beeindruckt. Zu sehen: wo geht diese Lebenseinstellung
einmal hin. Und ich habe noch nie so viele glückliche Gotteskinder
im hohen Alter gesehen wie eben dort. Das hat mich beeindruckt, ermutigt
und angespornt, also nachhaltig geprägt.
Dein Lieblings-Gospelsong?
"I don't feel noways tired" von James Cleveland und "I
shall be done" von Daryl Coley.
Wenn du die Möglichkeiten hättest - welchen Gospelkünstler
würdest du gern mal nach Deutschland holen?
Fred Hammond oder T.D. Jakes mit Donnie Mc Clurkin.
Deine Zukunftspläne in Sachen Gospel?
Ich wünsche mir, dass Gospel nicht nur eine Worthülse für
eine Musikart ist oder eine Marktlücke für Musiker und Sänger,
sondern vielmehr eine glaubhaftige Verkündigungsart. Gospel ist
DIE Möglichkeit für uns Christen, Jesus vorzustellen. Und
das ist mein erklärtes Ziel. Ich möchte, dass Leute Gospel
hören und Gott dadurch kennenlernen.
Joachim Rockel
Joachim Rockel, Jahrgang 1953, studierte in seiner Heimatstadt
Berlin Betriebswirtschaft und war viele Jahre im Vertrieb tätig.
Nach zunehmender Spezialisierung im IT-Bereich arbeitet er inzwischen
freiberuflich in der Unternehmensberatung - als Spezialist für
Telekommunikationssysteme und Datenbankreporting. Durch jahrelangen
Klavierunterricht und dazu Unterricht in Gitarre und Klarinette brachte
es Joachim Rockel zwar auf keinem dieser Instrumente zu besonderer Meisterschaft,
wie er selbst sagt, sie sorgten aber für ein solides musikalisches
Grundwissen. Im Jahr 1976 gründeten er zusammen mit anderen die
Rockband "Gospel Plough" und blieb in der Gruppe als Sänger
und Keyboarder bis etwa 1983. Rund 20 Jahre später, im Jahr 2003,
kam es zur Neugründung von "Gospel Plough", dieses Mal
jedoch mit einem neuem Konzept: als klassisches Gospel-Quartett (www.gospel-plough.de).
Joachim Rockel beschäftigt sich seither mit Transkriptionen von
Titeln des "Golden Gate Quartet", der "Cathedrals",
der "Gaither Vocal Group" sowie anderer Quartette und singt
in seinem geliebten Fach - Tiefer Bass. Im Oktober 2006 ist er Mitbegründer
des Gospelchores "Sense of Touch", der sich nach eigener Wahrnehmung
prächtig entwickelt und dem seine ganze Aufmerksamkeit gilt (www.sense-of-touch.de).
Am 6. Oktober veranstaltet Joachim Rockel in seiner Gemeinde die "1.
Steglitzer Gospel Convention", bei der er mit seinen beiden Gospelgruppen
"Gospel Plough" und "Sense of Touch" selbst mitsingt.
Um 16.30 öffnen Café und Bücherstube der Evangelisch
Freikirchlichen Gemeinde - Baptisten -, Rothenburgstr. 12a-13. Das Konzert
beginnt um 18.00 Uhr - bei freiem Eintritt. Mehr Infos unter: www.berlin-gospel-convention.de
Seit wann beschäftigst Du Dich mit Gospelmusik und wie kam es
dazu?
Wenn man, wie ich, in einer Familie aufwächst die über
Generationen evangelikal-baptistisch geprägt ist, kommt man vermutlich
an Gospelmusik gar nicht unbemerkt vorbei. In meinem Elternhaus gab
es zwei Alben des Golden Gate Quartets die für mich damals der
Inbegriff der Gospelmusik waren. So richtig los ging es aber erst 1976
mit Gospel Plough, die sich als evangelistische Band verstand und bundesweit
unterwegs war. Erst in den letzten Jahren habe ich begonnen, Gospelmusik
nicht nur zu reproduzieren, sondern auch nach ihrer Geschichte zu fragen.
Wenn man das tut, stellt man irgendwann fest, dass das Genre Gospel
weit über die engen europäischen Vorstellungen zum Ursprung
und zur Geschichte hinausreicht. Gospel ist ein lebendiges Stück
Kulturgeschichte. Die 'Singing Convention' und das 'Shape-Note-Singing'
zum Beispiel sind Teile amerikanischer Traditionen, deren Wurzeln mehr
als 150 Jahre zurückliegen. Um sie sollte man ebenso wissen wie
um die tiefe religiöse Verwurzelung der schwarzen und der weißen
amerikanischen Bevölkerung, um Gospel wirklich zu verstehen.
Welches Gospel-Erlebnis hat Dich nachhaltig geprägt?
Das waren mehrere: Einmal der kometenhafte Aufstieg der Edwin Hawkins
Singers mit "Oh Happy Day" und "Jesus Lover Of My Soul"
in den späten 60er Jahren - das war Musik in einer Form, die wir
noch nie gehört hatten und wir waren völlig aus dem Häuschen.
Etwa zehn Jahre später folgte der zweite Schlag, als ich das Album
"This Is Another Day" von Andraè Crouch in die Finger
bekam und zum ersten Mal "Soon And Very Soon" hörte.
Im Jahr 2000 dann der dritte Streich. Ich schneite mehr zufällig
in ein Konzert des holländischen Chores "Benediction"
aus Enschede. Seitdem haben die einen treuen Fan mehr und ich weiß
sicher, man muss nicht schwarz sein, um authentischen, dampfenden Black-Gospel
auf die Bühne zu bringen.
Dein Lieblings-Gospelsong?
"All To Jesus I Surrender" aus dem Album "Behold"
von Billy Preston - dieses Album begleitet mich seit 30 Jahren - wo
immer ich hingehe. Ach ja - einer noch, James Cleveland mit "Master
The Tempest Is Raging".
Wenn du die Möglichkeiten hättest - welchen Gospelkünstler
würdest du gern mal nach Deutschland holen?
Von denen, die noch leben? Kirk Franklin, natürlich!
Deine Zukunftspläne in Sachen Gospel?
Es steckt noch viel Potenzial im Gospel hierzulande, der Fundus an Titeln
ist gigantisch und die Nachfrage ist allenthalben groß. Also -
weitermachen! Wichtig ist mir vor allem, die beiden Gruppen, in denen
ich singe, weiter zu bringen. Dazu kann ich sicher einiges beitragen.
Ich werde mich in Zukunft auch mehr im Veranstaltungsbereich engagieren.
Da besteht nach meiner Einschätzung noch viel Handlungsbedarf -
Gospel-Konzerte müssen generell professioneller und ertragreicher
werden, damit die Chöre und Ensembles mehr in ihre personelle,
technische und künstlerische Entwicklung investieren können.
Antje Ruhbaum
Antje Ruhbaum wurde am 21. September 1968 in Berlin
geboren. Sie studierte Schulmusik und Mathematik an der UdK bzw. FU
Berlin und promovierte anschließend in Musikwissenschaft. Neben
ihrer Tätigkeit als Klavier- und Gesangslehrerin leitet sie die
Gospelchöre The Gospel Friends (Steglitz) und Gospel Motion (Lankwitz).
Seit Ende 2006 ist Antje Ruhbaum aktives Mitglied im ProGospel e.V.
und bereitet federführend das 11. Gospelchortreffen Berlin-Brandenburg
mit vor.
Seit wann beschäftigst Du Dich mit Gospelmusik und wie kam es
dazu?
Vor sechs Jahren initiierte ich als GKR-Mitglied der Ev. Markus-Gemeinde
in Steglitz die sogenannten Rendez-Vous-Gottesdienste. An jedem ersten
Sonntag im Monat wollen wir Menschen der mittleren Generation durch
interaktive Angebote im Gottesdienst, aber auch anspruchsvolle Themen,
einen parallelen Kindergottesdienst und abwechslungsreiche musikalische
Gestaltung ansprechen. Ein Pfarrer riet mir: "Gründe doch
einen Gospelchor!". Ich hatte Schulmusik studiert und schrieb gerade
meine Doktorarbeit in Musikwissenschaft. Also stellte ich ein paar Freunde
zusammen ("The Gospel Friends"). Wir sangen vierstimmige Spirituals
a cappella. Der damalige Popularmusikbeauftragte der EKBO, Pfarrer Rolf
Tischer, lud mich bald zu den Vorbereitungstreffen des ökumenischen
Kirchentages 2003 und zu seinen Fortbildungen im Harz ein. Hier eröffnete
sich mir die eigentliche Faszination von Gospelmusik, die mich seitdem
nicht mehr loslässt: die Arbeit mit dem Groove, Tanzen und Singen
mit Bandbegleitung, SolistInnen und Chor.
Welches Gospel-Erlebnis hat Dich nachhaltig geprägt?
Zunächst war da das Singen im MassChoir beim ökumenischen
Kirchentag 2003. Und dort der Auftritt von AFRO, die damals noch AFRO-Koeren
hiessen und deren Leiter Peter Ekengren und Arvid Nerdal ich auf der
Bühne interviewen durfte. Obwohl es morgens früh um 10 Uhr
war und kurz nach ihrem ersten Song zu regnen begann, kam bei AFRO eine
unglaubliche Stimmung auf und die Leute klatschten und sangen mit diesem
sympatischen jungen Chor aus Uppsala (Schweden). Ein Jahr später
erlebte ich ihr Konzert in der Gethsemanekirche und schaute mir einiges
von ihren Choreographien ab, die ich dann in Songs mit "The Gospel
Friends" einbaute. Ein weiterer Höhepunkt war das letzte Gospelchortreffen
in Eberswalde und Chorin, wo ich Peter und Arvid persönlich kennenlernte.
Dein Lieblings-Gospelsong?
Ich mag so viele Gospelsongs, dass ich keinen als DEN Lieblingssong
ansprechen möchte. Es kommt auf die richtige Mischung an zwischen
stimmungsvollen und ergreifenden Balladen wie "Thy will be done"
oder "This Child", die Alexander Riede bzw. Stephan Zebe beim
Gospelchortreffen 2006 bzw. 2005 einstudierten, powervollen Abgehnummern
wie "Do you know Him" (von Verena Kempkes 2005 einstudiert)
und spritzigen und witzigen Salsaliedern wie "I give you Praise"
von Arvid und Peter 2006. Bei all dem scheint es mir wichtig, dass die
innere Bewegung sich auch in tatsächlichen körperlichen Bewegungen
Raum sucht und so aufs Publikum übergeht.
Wenn du die Möglichkeiten hättest - welchen Gospelkünstler
würdest du gern mal nach Deutschland holen?
Spannend fände ich Fred Hammond oder natürlich Kirk Franklin
- und dass ich AFRO-Fan bin, habe ich wohl schon erwähnt?
Deine Zukunftspläne in Sachen Gospel?
Ich habe meine Doktorarbeit fertig geschrieben und beschlossen, mich
beruflich noch mehr aufs Gospeln zu verlegen. Seit Januar leite ich
neben "The Gospel Friends" noch "Gospel Motion"
in der Dorfkirchengemeinde Lankwitz. Ich werde mich im September für
die C-Kirchenmusikausbildung mit Schwerpunkt Popularmusik an der UdK
in Berlin bewerben und hoffe, mich dann noch weiter zu professionalisieren.
Gerne würde ich auch ein Buch über Gospelmusik schreiben.
Arjan Leuschner

Arjan Leuschner wurde 1978 in Wolfsburg geboren. Bis er im Jahr 2000
den Gospeltrain Danndorf im Raum Wolfsburg gründete, war er vor
allem als Trompeter überregional aktiv. 2004 stieg Arjan in das
Team von Gospelszene.de ein und arbeitet seitdem an einer Stärkung
und Vernetzung der bundesweiten Gospel-Gemeinschaft sowie an einer Verbreitung
von Contemporary Black Gospel Music. Nach seinem kürzlich abgeschlossenen
Studium zum Industrie-Informatiker bereitet er derzeit seinen Umzug
nach Köln vor.
Seit wann beschäftigst Du Dich mit Gospelmusik und wie kam es
dazu?
Bevor ich den Gospeltrain Danndorf als Projekt gründete, sang
ich in einem benachbarten Gospelchor. Die Möglichkeit, meine musikalischen
Vorlieben wie Funk, Soul, R&B oder Jazz mit dem christlichen Glauben
kreativ zu verknüpfen, hat mich seitdem nicht mehr losgelassen
und fasziniert mich zunehmend.
Welches Gospel-Erlebnis hat Dich nachhaltig geprägt?
Bei einem Workshop mit Ken Norris und Eggo Fuhrmann, den ich 2005 in
Danndorf organisierte, spürten wir alle eine einzigartige Atmosphäre
und die Energie unseres Herrn um uns. Vor allem die Reaktionen der Teilnehmer
nach einem sehr emotionalen Abschlusskonzert haben mich stark geprägt,
motiviert und die unendliche Kraft von Glauben in Kombination mit Musik
spüren lassen. Mir ist spätestens dort bewusst geworden, wie
viel Potenzial von vielen Kirchen nicht genutzt wird, doch entdeckt
und freigesetzt werden kann.
Dein Lieblings-Gospelsong?
Sehr viele Titel in der nahezu unendlichen Auswahl müssten sich
das Prädikat "Lieblings-Song" teilen. Leichter kann ich
diese Frage mit Namen von Gospelkünstlern beantworten, dessen Songs
und Arbeit ich schätze. Dazu gehören Kirk Franklin, Yolanda
Adams, Hezekiah Walker, Ron Kenoly, Tonéx, Richard Smallwood,
Alvin Slaughter und viele viele mehr.
Wenn du die Möglichkeiten hättest - welchen Gospelkünstler
würdest du gern mal nach Deutschland holen?
Tonéx ist in meinen Augen einer der derzeit größten
und aufrichtigsten Gospelmusiker. Wer seine DVD "Out The Box"
kennt, weiß was ich meine. Seine Vielseitigkeit in allen Facetten
ist faszinierend. Auch die Art und Weise, wie Tonéx mit amerikanischen
Labels und Künstlern umgeht, machen ihn sehr sympathisch. Sein
Konzert in den Niederlanden im vergangenen Jahr war leider zeitgleich
zum Gospelkirchentag in Düsseldorf. Unter Berücksichtigung
der in Deutschland fehlenden Bekanntheit vieler Gospelkünstler,
dessen Songs hier dennoch häufig gesungen werden, wäre ein
Konzerterfolg mit Hezekiah Walker absehbarer. Seine Songwriter haben
ebenfalls tolle Hits geschrieben und sein Sound würde gut in unsere
Szene passen.
Deine Zukunftspläne in Sachen Gospel?
In Köln werde ich mich musikalisch vor allem meiner Qualifizierung
in Gesang, Trompete und Klavier widmen. Durch die Teilnahme an diversen
Gospelworkshops möchte ich mich musikalisch inspirieren lassen.
Weiter habe ich mit dem Team von Gospelszene.de viele Ideen und Konzepte,
die wir nach und nach in unserer Freizeit umsetzen wollen. Damit nicht
nur Chorleiter und Homepage-Bastler einmal über den Tellerrand
ihres Gospelchores schauen, rief ich im vergangenen Jahr zusammen mit
Nico Haase die Webseite GospelBlog.de ins Leben - und wir freuen uns
über zunehmendes Interesse. Auch dieses Konzept wollen wir pflegen
und ausbauen.
Wenn Gospelchöre ihre Chorleiter nicht nur als Entertainer sehen,
die sie wöchentlich mit beliebigen Songs unterhalten, und wenn
Konzertbesucher mit Gospel nicht nur "Oh Happy Day" oder "Go
Down Moses" assoziieren - dann haben wir einen wichtigen Meilenstein
erreicht.
Hier geht's zu den Projekten von Arjan Leuschner:
www.gospeltrain-danndorf.de
www.gospelszene.de
www.gospelblog.de
Verena Kempkes

Verena Kempkes wurde 1972 in Krefeld geboren. Sie studierte Musik und
Heilpädagogik in Köln und leitet seit 1994 Erwachsenen- und
Kinderchöre. Neben der Leitung des Gospelchors "His Voice"
ist sie begehrter Workshopcoach (www.gospel-projects.de).
Unter anderem dirigierte sie den Masschoir bei der Verleihung des Gospel
Awards 2005 in Berlin und war auf dem Gospelkirchentag 2006 in Düsseldorf
mit Choreografie-Workshops vertreten. Beim Kindermusicalkongress am
9. und 10. März 2007 in Hannover referiert sie zum Thema "Chorleitung
im Kinderchor". Verena Kempkes lebt seit 2004 in Berlin.
Seit wann beschäftigst Du Dich mit Gospelmusik und wie kam es
dazu?
In Krefeld am Niederrhein hat Angelika Rehaag Anfang der 90er Jahre
ein Gospelprojekt ins Leben gerufen, aus dem später der Gospelchor
"Living Voices" entstand. Dort habe ich von Beginn an mitgesungen
und ab 1997 bei kleineren Auftritten, zum Beispiel Hochzeiten, dirigiert.
1998 habe ich mit Stefan Rolauffs, mit dem ich immer noch zusammenarbeite,
den Gospelchor "Sound 'n' Soul" in Aachen gegründet.
Seit diesem Zeitpunkt bin ich als Chorleiterin in Sachen Gospel unterwegs.
Welches Gospel-Erlebnis hat Dich nachhaltig geprägt?
1999 und 2001 hatte ich die großartige Gelegenheit, mit dem Chor
"Living Voices" in die USA zu reisen und Teil vieler Gospelgottesdienste
zu sein. Die Energie und die Leidenschaft, mit der Gospelmusik dort
zelebriert wird, und der tiefe Glaube, der in ihr steckt, überwältigten
mich. Diese Intensität ist unvergleichlich. Aber auch in Deutschland
hat es schon beeindruckende Momente und viele Gänsehäute im
Zusammenhang mit Gospel gegeben. So berührten mich in den letzten
Jahren die Konzerte mit "His Voice" und die Begeisterung,
die nach wenigen Momenten auf die Zuhörer, die Gemeinde oder die
Gäste überschwappte. Ich weiß dann, dass wir auf dem
richtigen Weg sind, den Herrn zu preisen.
Dein Lieblings-Gospelsong?
Diese Frage ist fast unmöglich zu beantworten... Was soll ich sagen,
es gibt unglaublich viele Songs, die meine Füße zum Tanzen
anregen, die mich zum Lachen oder Weinen bringen, die mich Gott sehr
nahe fühlen lassen, die mein Herz berühren. Einer der schönsten
Songs ist bestimmt "Calling My Name" von Hezekiah Walker,
dessen Text mich immer wieder aufs Neue begeistert und dessen Melodie
und Harmonie mir wohlige Schauer über den Rücken treiben.
Wenn du die Möglichkeiten hättest - welchen Gospelkünstler
würdest du gern mal nach Deutschland holen?
Ich habe im letzten Jahr Kirk Franklin in Amsterdam gesehen und war
schon sehr begeistert. Auch Kurt Carr konnte ich in Düsseldorf
beim Gospelkirchentag bewundern. Dennoch kommt bei mir erst das richtige
Gospelgefühl auf, wenn ich eingebunden bin, wenn ich die Energie,
Gott zu preisen, in mir habe und weitergebe, in ein Mikrofon oder an
einen Chor. Die Frage, mit wem ich gerne auf der Bühne stehen würde,
muss ich aber zum heutigen Tag klar mit Kirk Franklin beantworten.
Deine Zukunftspläne in Sachen Gospel?
Ich freue mich sehr auf ein weiteres Jahr mit "His Voice",
unserem Chor aus der alten Heimat. Die Mädels und Jungs sind großartig
und wir haben in diesem Jahr viel vor: von einer CD Produktion über
eine Tour in die USA bis zu vielen Gottesdiensten und Konzerten. Es
wäre toll, vielleicht auch in Berlin in diesem Jahr zu Ehren Gottes
zu singen und zu feiern. Weiterhin bin ich mit Stefan Rolauffs in der
Republik unterwegs, um Chöre zu coachen und Gospelworkshops aller
Art zu geben. Wir freuen uns über den regen Zuspruch und sind dankbar,
viele Menschen an unserer Idee von Gospel teilhaben zu lassen.
Niko Schlenker

Niko Schlenker stammt aus Weimar, lebt aber heute in Lohmar, einer Kleinstadt
zwischen Köln und Bonn. Er ist einer der gefragtesten Gospelpianisten,
-komponisten und Workshopleiter des Landes. Als musikalischer Direktor
des "LivinGospel Choir" hat er den Stil einer der erfolgreichsten
Gospelformationen Deutschlands maßgeblich mitgeprägt. Mittlerweile
leitet Niko Schlenker zwei weitere Gospelchöre und schreibt, arrangiert
und produziert für verschiedene Gospelsänger, unter anderem
Deborah Woodson, Onita Boone, Emanuel Banwo und Dwight Robson. Soeben
hat er mit dem Living Gospel Choir eine Weihnachts-Gospel-CD herausgebracht:
"Christ Is Born". Mehr Infos gibt's unter: www.nikoschlenker.de
Seit wann beschäftigst Du Dich mit Gospelmusik und wie kam es
dazu?
Mein Vater ist Kantor und lud schon Anfang der 70er Jahre Gospelgruppen
zu Konzerten in seine Kirche ein. Da war ich noch ganz klein. Aktiv
arbeite ich mit Gospelchören erst seit 1988, hab da auch erst angefangen,
mir Gospelplatten und später -CDs zu kaufen. Meine Sammlung beläuft
sich auf zirka 350 Stück. Alles musikalische und geistliche Nahrung
für den Alltag.
Welches Gospel-Erlebnis hat Dich nachhaltig geprägt?
Nachhaltig geprägt hat mich ein Treffen mit dem Gospelgitarristen
Jonathan DuBose 1995 in Paris. Er war dort mit Harry Connick Jr. auf
Tour, war aber im Jahr zuvor in dem Jazzclub, in dem ich spielte, mit
Tramaine Hawkins aufgetreten. Die Begeisterung, mit der er über
die Gospelmusik und über Gott sprach, der Umstand, dass er auf
der Tour jeden Tag mit seiner Band Bibelstunde hatte, bewegte in mir,
an Gospelmusik als eine Berufung zu glauben.
Dein Lieblings-Gospelsong?
"Determination" von James Cleveland.
Wenn du die Möglichkeiten hättest - welchen Gospelkünstler
würdest du gern mal nach Deutschland holen?
Es gibt eine Reihe junger Gruppen, von denen ich richtiger Fan bin.
Zum Beispiel die von Natalie Wilson, Myron Butler, Greg O'Quin, Myron
Williams, L.Spencer Smith oder Sharon Riley. Bei denen geht die Post
echt ab und sie haben eine klare Botschaft. Da müsste dann aber
auch die ganze Gruppe kommen. New Direction ist auch cool. Leider hab
ich dieses Jahr Kurt Carr und Israel Houghton verpasst.
Deine Zukunftspläne in Sachen Gospel?
Ich schreib grad wieder neue Gospelsongs, die wir im kommenden Jahr
bei den Workshops verwenden wollen. Ich wünsche mir dabei, dass
Menschen angesprochen werden und sich für Gott öffnen. Je
mehr Menschen wir über Konzerte und Workshops, hoffentlich auch
über CDs und zum Beispiel Gospelradio.de erreichen können,
desto besser.
Rolf Tischer

Rolf Tischer ist Gemeindepfarrer in Berlin-Lankwitz und war von 1996
bis 2007 Beauftragter für Popularmusik der Evangelischen Kirche
in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. In dieser Funktion organisierte
er unter anderem zehn Jahre lang das Berlin-Brandenburger Gospelchortreffen
(www.gospelchortreffen.de).
In seiner Freizeit sammelt der 57-Jährige Musikinstrumente, außerdem
spielt er Saxophon beim Saxophon-Quartett "Düsenfischers Handarbeitszirkel"
und beim Bläserkreis "Lankwitz Horns". Rolf Tischer ist
verheiratet und hat zwei Söhne: Robert und Philipp, die zur Freude
des Vaters (gelegentlich sogar mit ihm) Saxophon beziehungsweise Klarinette
spielen.
Seit wann beschäftigst Du Dich mit Gospelmusik und wie kam es
dazu?
Seit etwa 1995 intensiver. Auf dem Kirchentag in Hamburg habe ich
einige Chöre angehört. Die Energie hat mich gleich beeindruckt.
Welches Gospel-Erlebnis hat Dich nachhaltig geprägt?
1999 war ich in Chicago in der Kirche von Clay Evans. Wie der über
70-jährige schwarze Clan-Chef erst kraftvoll gepredigt und dann
stufenlos in Shouts und schließlich in einen noch kraftvolleren
R'n'B-Gospel übergegangen ist, wie überhaupt der ganze Gottesdienst
fast drei Stunden ein einziger Soundtrack war (obwohl nur ein "normaler",
und nicht der musical worship!), war schon toll. Gelesen hatte ich davon,
aber jetzt war es Realität.
Dein Lieblings-Gospelsong?
Derzeit: Lay Your Burden Down (Danny Plett) und Holy Spirit (Richard
Smallwood).
Wenn du die Möglichkeiten hättest - welchen Gospelkünstler
würdest du gern mal nach Deutschland holen?
Grundsätzlich habe ich etwas gegen den Star-Rummel. Wir müssen
nicht alles nachmachen. Aber wenn Aretha Franklin käme, würde
ich schon hingehen.
Deine Zukunftspläne in Sachen Gospel?
Das Gospelchortreffen Berlin-Brandenburg in gute Hände übergeben;
Chöre ermutigen, mit Bands zusammen zu arbeiten; das Bewusstsein
stärken, dass die Heimat des Gospel der Gottesdienst ist - da müssen
sich freilich noch viele Gemeinden, Pfarrerinnen und Pfarrer, Kirchenmusikerinnen
und Kirchenmusiker mit den Chören gemeinsam auf den Weg machen.
Holger Pätzeldt

Holger Pätzeldt leitet den Gospelchor "Heavenly Voices"
in Frankfurt an der Oder (www.gospel-ffo.de).
Der 54-Jährige lebt mit Frau und Sohn in Zehlendorf.
Seit wann beschäftigst Du Dich mit Gospelmusik und wie kam es
dazu?
Seit 1972 - zuerst war ich bei den Hallelujah-Children, später
bei den Village Voices. Damals wurde ich von einer Klassenkameradin
angeregt, dort mitzumachen.
Welches Gospel-Erlebnis hat Dich nachhaltig geprägt?
Der Auftritt eines meiner Gospelchöre bei einem Gospel-Festival
2002 in New Orleans.
Dein Lieblings-Gospelsong?
Steal Away To Jesus.
Wenn du die Möglichkeiten hättest - welchen Gospelkünstler
würdest du gern mal nach Deutschland holen?
Kirk Franklin.
Deine Zukunftspläne?
Zusammenführung religiöser Musik aus der ganzen Welt, um das
Wissen über andere Kulturen zu vertiefen. Intensiver Infoaustausch
zwischen CholeiterInnen, damit das ganze Chorwesen nicht ständig
neu erfunden werden muss.
Doro Füller

Doro Füller (28) ist gebürtige Hamburgerin, wohnt aber schon
lange in Berlin, derzeit in Friedrichshain. Sie hat modernen Bühnentanz
und Ballett an der Staatlichen Ballettschule Hamburg gelernt sowie in
Berlin eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin (Englisch/Französisch)
absolviert. Zurzeit holt sie auf dem Charlotte-Wolff-Kolleg in Charlottenburg
ihr Abitur nach und jobbt nebenher in der Deutschen Oper am Opernbuffet.
Sie war Mitglied verschiedener Gospelchöre, unter anderem bei Joyful
Noise in Zehlendorf. Momentan fehlt ihr jedoch die Zeit, regelmäßig
in einem Chor mitzusingen - was nichts an ihrer Gospel-Begeisterung
ändert.
Seit wann singst Du Gospel und wie kam es dazu?
1995 habe ich meinen ersten Workshop in Hamburg mitgemacht, und von
da an hatte mich das "Gospelfeuer" angesteckt! Ich hatte von
dem Workshop aus der Zeitung erfahren und ihn mir zu meinem 19. Geburtstag
schenken lassen. Zuvor hatte ich den Film "Die Farbe Lila"
gesehen und war von den beeindruckenden Gospelszenen und Songs darin
neugierig auf diese Musik geworden. Ich fühlte mich sofort von
ihr angesprochen. Diese Lebendigkeit und der Enthusiasmus, mit denen
diese Songs vorgetragen wurden, haben bei mir einen nachhaltigen Eindruck
hinterlassen.
Seit diesem ersten Gospelworkshop in Hamburg konnte ich feststellen,
dass diese Art von Musik mir sehr entspricht und ich Hoffnung und Kraft
aus ihr schöpfen konnte und kann. Gerade die Intensität, mit
der diese Musik dargeboten wird, hat mich total beeindruckt - wenn zum
Beispiel Charles May spontan von seinem Piano aufsprang und über
die Bühne tanzte ... Es ging dort nicht darum, ob man "falsch"
oder "richtig" singt, sondern ob man MIT FREUDE SINGT und
von dem Inhalt des Gesungenen überzeugt ist. Denn dann kann man
mit einer ganz anderen Intensität und vor allem Authentizität
singen. Das hat mir so gefallen.
Welches Gospel-Erlebnis hat Dich nachhaltig geprägt?
Genau dieser allererste Workshop in Hamburg, der von Jan Harrington
organisiert wurde und auf dem ich Charles W. May kennenlernte. Ich spürte
sofort, dass Gospel etwas für mich ist, einfach meine Art, meinen
Glauben an Gott lebendig und freudig ausleben und ausdrücken zu
können. Es ist wirklich ein ganz anderes Lebens- und Glaubensgefühl
- ob man in den USA in einer afro-amerikanischen Kirche "church"
hat oder ob man hier bei uns im Gottesdienst "sitzt".
Und dann hat mich natürlich die Begegenung 1997 mit dem "Total
Experience Gospel Choir" aus Seattle unter der Leitung von Pat
Wright nachhaltig geprägt. Die Leute in dem Chor sind einfach so
einzigartig wie der Chor selbst und man merkt bei jedem Song, dass JEDER
der Sänger es absolut ernst meint mit dem was er singt. Und so
ist dann auch der Gesamteindruck des Chores: ÜBERWÄLTIGEND
- A TOTAL EXPRIENCE!
Man merkt: Es geht hier nicht nur um schöne Stimmen die perfekt
einstudierte Songs singen, sondern darum, dass die Sängerinnen
und Sänger (teilweise 12-jährige, weiße junge Mädchen
bulgarischer Herkunft!) wirklich hinter dem, was sie singen stehen und
es mit einer Inbrunst mitteilen, die einfach die Herzen der Menschen
berührt und mich teilweise sogar zu Tränen gerührt hat.
Meine Chorleiterin drüben sagt immer "Gott ist farbenblind"
- und das konnte ich am eigenen Leibe während meines Jahres in
Seattle hautnah miterleben.
Dein Lieblings-Gospelsong?
Oh ich habe sehr viele! Hier aber mal die, die auf meiner Liste zur
Zeit ganz oben stehen: Joyful, Joyful, Going' up yonder, I got joy (Danny
Plett), O happy day (Edwin Hawkins), His Eye is on the Sparrow, Stand
( John P. Kee), Don't wait til the battle is over (in der Version von
Pat Wright), Pass me not oh gentle savior, Lean on me (auch die Version
von Pat Wright), Jesus is the Answer.
Mit welchem Gospelkünstler würdest Du gern einmal zusammen
auftreten?
Gospelkünstler - hmm, für mich geht nichts über meinen
besagten Chor (www.totalexperiencegospelchoir.org)
aus Seattle. Die größte Freude wäre für mich, wieder
einmal die Chance zu haben, mit diesem "meinem" Chor singen
zu dürfen. Denn ich hatte durch meinen Au Pair Aufenthalt 2003
die Chance, fast ein Jahr lang dort zu leben und Teil dieser Gemeinde
sein zu können, in der ich auch 1997 bei meinem ersten Choraustausch
in Seattle getauft wurde. Denn, wie schon gesagt, hat mich dieser Chor
einfach am meisten und am eindrucksvollsten geprägt.
Ansonsten: Michael Jackson ist zwar nicht wirklich ein Gospelkünstler,
aber sein "Man in the Mirror" würde ich schon einmal
gerne mit ihm und einem Mega-Gospelchor zusammen auf einer Bühne
aufführen (natürlich auch mit Tanzeinlagen ...)
Deine Zukunftspläne?
Leider habe ich momentan nicht die Zeit, regelmäßtig in einem
Chor singen zu können (habe aber jahrelang in sehr vielen Berliner
Chören mitgesungen). Aber, nach dem ich den Gospelaward 2005 in
Berlin live miterlebt hatte, war/ist es meine Idee ein "Gopeltanzprojekt"
ins Leben zu rufen. Hierzu hatte ich mich auch schon mit Leuten aus
der Berliner Gospelszene zusammengeschlossen und wir haben ein konkretes
Konzept erarbeitet. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Gospelaward
eines Tages zu gewinnen mit einem neuen Mix aus Gospelsingen, Gospeltanzen,
Bodypercussion, Hip-Hop und Salsa-Rhythmen (a la Sister Act II). Leider
mussten wir das Projekt erst mal auf Eis legen, da es doch sehr viel
Organisations- und Zeitaufwand bedeutet hätte. Aber aufgeschoben
ist nicht aufgehoben! Also Deutschland's Gospelszene mach Dich bereit
für uns - wir werden kommen und euch erobern und zwar mit etwas
total NEUEM!
Ansonsten würde ich sehr gerne meine choreographischen Kenntnisse
an Chöre weitergeben, die Interesse daran haben, ihre Songs durch
mitreißende Choreographien zu gestalten.
Sarah Kaiser

Sarah Kaiser studierte Jazzgesang an der Royal Academy of Music in London
und an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin.
Zusätzlich machte sie einen Bachelor-Abschluss für "English
Writing and Music" an der Taylor University in Indiana, USA. Neben
ihrer Solo-Karriere und dem A-cappella-Quartett "Berlin Voices"
leitete sie von 2001 bis 2006 den Berliner Gospelchor "Soul 2 Soul".
Sarah Kaiser arbeitet als Studiosängerin, unterrichtet Gesang und
leitet Seminare und Workshops für Sänger und Chöre, speziell
auch zu den Themen Gospel und Improvisation. Mehr Infos unter: www.sarahkaiser.de.
Die CDs von Sarah Kaiser sind erhältlich im www.gospelradio-shop.de
Seit wann singst Du Gospel und wie kam es dazu?
Aktiv singe ich Gospelmusik seit 1995, als ich dem London Community
Gospel Choir (LCGC) beigetreten bin und dort meine ersten Erfahrungen
als Mitglied eines zu 99 Prozent schwarzen Gospelchores gemacht habe.
Gehört hatte ich Gospelmusik schon seit der Kindheit. Doch 1995
hatte ich während meines Jazzgesangsstudiums in London eine sehr
eindrückliche Begegnung mit Jesus und wurde Christ. Danach wollte
ich einfach gerne in einem Gospelchor singen, weil ich die Musik toll
finde und dies für mich die beste Möglichkeit war, meinen
neu gefundenden Glauben und meine Leidenschaft für den Gesang zusammenzubringen.
Über eine Kommilitonin an der Musikhochschule bekam ich dann den
Kontakt zum LCGC.
Welches Gospel-Erlebnis hat Dich nachhaltig geprägt?
Hmm... Es gibt nicht "das eine", würde ich sagen. Was
bei mir aber positive Spuren hinterlassen hat war mein Gospelchorleiter
in den Staaten. Als Schwarzer leitete er einen Chor an einer Uni mit
hauptsächlich weißen Studenten. Auch im Chor war die Mehrzahl
der Sänger weiß. Da Rassismus in den Staaten nach wie vor
ein Problem ist, fand ich es sehr ermutigend, dass er uns Sängern
oft gesagt hat, wir sollen uns von niemand erzählen lassen wir
(Weißen) "können keinen Gospel singen" - denn Gospelmusik
kommt aus dem Herzen und dem Geist, nicht von einer Hautfarbe.
Auch toll an meiner Zeit in dem Gospelchor in den Staaten (zweieinhalb
Jahre) fand ich, dass ich beim Singen oft gemerkt habe, wie die Inhalte
der Lieder zu mir selbst sprechen, mich selbst ermutigen, während
ich sie singe. Das geht mir jetzt beim Singen der Paul-Gerhardt-Lieder
immer noch so.
Dein Lieblings-Gospelsong?
Puhhh... Das ist schwer, es gibt nicht "den einen". Ganz ganz
toll finde ich von Kirk Franklin zum Beispiel "Hosanna". Aktuell
ganz super ist auch Myron Butler & Levi, zum Beispiel mit "Latter
Rain".
Mit welchem Gospelkünstler würdest Du gern einmal zusammen
auftreten?
Hmm... Das ist schwer zu sagen. Mit einem Künstler, der auf und
hinter der Bühne echt ist. Musikalisch gesehen Kirk Franklin, Myron
Butler - Kirk Whalum vielleicht, weil er Super-Musik schreibt.
Deine oder Eure Zukunftspläne mit Soul2Soul?
Viel live singen in nächster Zeit. In Planung ist eine USA-Tour
im nächsten Jahr, vielleicht Gospel-Award und/oder Gospelkirchentag
- einfach ein bisschen unter die Leute kommen. Aber am wichtigsten sind
uns einfach die Proben, wo wir gemeinsam singen, Lieder zum klingen
bringen, miteinander Spaß an der Musik haben.
Angela Planert
Angela Planert wurde am 5. Juli 1966 in Berlin geboren und lebt seit
August 2000 mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen (zwölf, neun
und sieben Jahre alt) in Hohen Neuendorf bei Berlin, wo sie im Gospelchor
Amazing Voices
singt. Sie ist gelernte Arzthelferin und arbeitet zur Zeit in einem
Laden für Drucker- und Tonerservice. Neben dem Management für
die Amazing Voices widmet sich Angela Planert seit zwei Jahren intensiv
dem Schreiben. Neben ihren bisher erschienenen Büchern "Rubor
Seleno" und "Seleno" (erschienen im Amicus-Verlag www.amicus-mdlv.de)
lauern noch vier weitere Geschichten darauf, von einem Verlag entdeckt
zu werden. Ihr Beitrag beim 1. MS Fantasy-Award wurde mit dem 2. Preis
ausgezeichnet. Für Möglichkeiten, mit Lesungen an die Öffentlichkeit
zu treten, ist sie stets sehr dankbar. Kontakt: achac.planert@arcor.de.
Seit wann singst Du Gospel und wie kam es dazu?
Ich singe seit 1998 im Gospelchor, als ich meinen ersten Chor, die Gospel-Angels
in Berlin-Lankwitz, ins Leben gerufen habe.
Welches Gospel-Erlebnis hat Dich nachhaltig geprägt?
Am Anfang waren es die Gospelchortreffen von Rolf Tischer. Inzwischen
ist jeder Auftritt mit Gospelmusik ein energiefüllendes Erlebnis.
Dein Lieblings-Gospelsong?
"Power And Glory" und "I Worship Thee" Ich liebe
den Wechselgesang zwischen Frauen- und Männerstimmen.
Mit welchem Gospelkünstler würdest Du gern einmal zusammen
auftreten?
Vielleicht mit Kirk Franklin, ich mag seine Musik. Allerdings ist es
mir wichtig, überhaupt in der Öffentlichkeit zu singen und
die Menschen damit zu begeistern. Dabei ist es egal, wer da auf der
Bühne steht.
Deine oder Eure Zukunftspläne mit den Amazing Voices?
Große bekannte Lokalitäten mit Gospelmusik zu füllen
- und natürlich eines Tages Beim Gospel-Award dabei zu sein.
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